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Ungewollt geriet ich an einen Callboy

Seit ich mich vor acht Wochen von meinem Freund getrennt hatte, war mein Leben beinahe wie das einer Nonne geworden. Richtig eingeigelt hatte ich mich. Keine Freunde, kein Kino, keine Disko. Mag sein, dass ich in dieser Zeit vielleicht schon ein paar Marotten bekommen hatte. Zumindest hielt mir eine Kollegin vor, wie unleidlich ich geworden war. Ich war ihr dann richtig dankbar für den Anstoß. Schließlich konnte ich meinen dreiundzwanzig Jahren nicht versauern.

Als ich mich für die Diskos fertig machte, war ich plötzlich wieder ein anderer Mensch. Fröhlich wühlte ich in meinem Kleiderschrank. Ganz sexy wollte ich mich machen. Ich musste unbedingt Sicherheit gewinnen, dass andere Mütter auch noch schöne Söhne hatten. “Perfekt“, rief ich mir vor dem Spiegel selber zu, als Outfit und Make-up stimmten. Ich hätte mich momentan in mich selber verlieben können.

Der Abend verlief ganz nach meinen Erwartungen. Weil ich allein war, hockte ich mich gleich an die Bar und musste nicht lange auf Gesellschaft warten. Ein blendend aussehender Mann um die dreißig steuerte ziemlich locker auf sein Ziel zu, indem er mir einen Drink anbot. Ich wehrte erst mal ab, weil mein Glas noch fast voll war. Er musste erraten haben, dass mir viel mehr danach war, mir ihm zu tanzen. Es machte riesigen Spaß, mit Maik zu tanzen, an der Bar einen Drink zu nehmen und wieder zu tanzen. Das ging so bis gegen Morgen. Noch ehe wir gemeinsam die Disko verließen, war schon klar, dass wir zusammen in die Kiste hüpfen wollten. Er hatte mich mächtig gelockt und ich mich gern locken lassen. Ich hatte absolut nichts gegen einen One-Night-Stand mit diesem Mann. Zu bereuen hatte ich gleich gar nichts. Alles wurde so herrlich unkompliziert, weil wie gleich zusammen unter die Dusche sprangen, um uns den Diskoschweiß abzuspülen. Wir waren voneinander begeistert. Er bewunderte meine beinahe perfekte Figur und ich seine erstaunliche Männlichkeit, die natürlich im Angesicht eines splitternackten Frauenkörpers makellos auferstanden war. Wild küssten wir uns unter den rauschenden Strahlen der Dusche und ließen unseren Fingern freien Lauf. Er hatte alle Hände voll mit meinen Brüsten zu tun, die ich ihm sehnsüchtig entgegendrängte. Ich spürte in diesem Moment, wie mir nach Mann war, dass ich viel zu lange Sex entbehrt hatte. Gegen seine streichelnden Hände waren meine gar nichts, mit denen ich mich hin und wieder ein wenig erregt und wieder beruhigt hatte. Maik achtete bald sehr drauf, dass ich ja nicht zu übermütig mit meiner kleinen Faust wurde. Er dagegen freute sich, wie schnell er mich auf einem Höhepunkt hatte. Das merkte er ganz sicher daran, wie ich für einen Moment ganz starr wurde und dann an seinem Hals Halt finden musste. Ich fühlte mich irgendwie erleichtert, dass ich unter der Dusche stand, weil mich das Gefühl beschlich, ich musste vor Wollust auslaufen.

Im Bett verwöhnte mich der Mann fantastisch. Mir fiel auf, dass er immer geschickt zwischen Petting, gekonntem Französisch und einer kleinen richtigen Runde wechselte. Erst viel später erfuhr ich, dass er sich auf diese Weise schonte und dennoch eine Frau verdammt zufrieden machen konnte. Ich überschlug mich bald vor Bewunderung für sein Geschick und seine Ausdauer.

Zwei Stunden hatten wir wohl nur geschlafen. Als wir gegen zwölf ein verliebtes kombiniertes Frühstück und Mittagessen einnahmen, machte ich ihm aus heiterem Himmel eine Liebeserklärung. Er küsste mich so innig, dass ich damit rechnete, er würde mir sagen, dass er auch verliebt in mich war. Leider kam die kalte Dusche: „Du, wir waren uns einig, dass es nur ein One-Night-Stand werden sollte. Ich habe dir gesagt, dass ich keine Beziehung möchte.“

„Weiß ich doch", beruhigte ich. „Ein One-Night-Stand schließt aber nicht aus, dass man sich am Morgen ganz lieb verabschiedet." Bei diesen Worten war ich schon um den Tisch herum und saß auf seinem Schoß. Lüstern tastete ich unter seinem Hosenbund. Erst mal war ich enttäuscht. Typisch Frau, sagte ich mir, wenn uns die Lust ankommt, soll bei den Kerlen schon alles in Bereitschaft sein. Auf die Bereitschaft musste ich aber nicht lange warten. Maik zog mir das T-Shirt über den Kopf und beknabberte meine begierigen Brustwarzen. Dann hatte ich fast den Eindruck, als wollte er mich mit Petting abspeisen. Das wusste ich zu verhindern. Umständlich fädelte ich den Halbgewalkten aus der Hose. Nun schien er nicht mehr zu halten zu sein. Maik setzte mich auf den Küchentisch, nahm meine Beine über die Schultern und machte mich in einer unbeschreiblich schönen Schmuserunde zweimal richtig fertig. Weil er immer noch nicht gekommen war, wollte ich ihm den Rest mit der Faust oder mit meinen Lippen geben. Sanft wehrte er mich ab und verriet mir endlich, warum es nur ein One-Night-Stand mit uns werden sollte. Ich hielt es zuerst für einen Scherz. Er wurde ganz ernst und machte mir klar, dass er sich sein Geld damit verdiente, sich von Frauen anheuern zu lassen.

„Ein Gigolo?“ rief ich erstaunt aus.
„Nenn es, wie du willst“, brummte er etwas ungehalten. „Hast du es nicht am eigenen Leibe gespürt, wie groß die Sehnsucht nach einem Mann sein kann, wenn eine Frau zu lange Sex entbehren muss?“
Sicher hatte er meine Frage falsch gewertet. Ich sah das ja gar nicht so verbissen. Es war mehr die Verwunderung oder die Überraschung gewesen, die mir die Frage eingegeben hatte.
„Vertrauen gegen Vertrauen“, sagte ich entschlossen. „Ich verdiene mein Geld zwar nicht bei anderen Männern. Aber ich präsentiere ihnen meinen nackten Körper mitunter auf ziemlich obszöne Weise.“

Auf seinen ungläubigen Blick hin gestand ich ihm, dass ich in einem Sexshop der Großstadt Peepshows machte und mich auch hin und wieder für ganz geile Fotoaufnahmen zur Verfügung stellte. Offen gab ich zu, dass ich dafür von ein paar Sexzeitschriften sehr gut honoriert wurde.
„Und da hast du wochenlang keinen Sex gehabt?“ fragte er erstaunt.
„Du, meine Show hat mit Sex für mich nichts mehr zu tun. Alles läuft beinahe mechanisch ab. Kannst du dir vorstellen, dass man noch anspringen kann, wenn man sich täglich fast sechs Stunden streicheln, winden und gespielt orgasmen muss? Alles nur noch Theater! Anfangs war ich sehr befangen und unsicher, weil ich nie wusste, wer mir von außen zusah. Dann hatte ich eine Phase, in der es mir wahnsinnig gut tat, mit mir selbst zu spielen. Nicht lange dauerte es, bis ich mich dann den ganzen Tag nur noch danach sehnte, abends in die Arme eines potenten Mannes zu fallen. Leider war der unbegründet zu eifersüchtig auf meinen Broterwerb.“
„Na und bei den Fotoaufnahmen?“
„Da ist nichts drin mit Sex, mein Lieber. Das ist ausschließlich harte Arbeit.“

Wie mich Maik zum Abschied küsste, war ich fast sicher, dass ich ihn bald wiedersehen würde. Damit lag ich richtig. Schon am Abend klingelte er an meiner Tür und schleppte mich zur Disko ab. In seinem Auto knurrte ich: „Du, ich hab noch nie eine Autonummer gemacht.“
Binnen Minuten war er mit mir hinter dichten Ecken und leckte mir die Lust in und aus dem Leib. Dann war er begeistert, wie gelenkig ich mich über seine Rückenlehne hechtete und einladend mit dem Hintern wackelte. Ehe er sich richtig in mich versenkte, bekam ich von hinten noch einmal seine Zungenspitze.

Während ich meine Erinnerung aufschreibe, überlege ich immer wieder, wie es mit mir und Maik weitergehen soll.

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